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Hauptbereich

Aktuelles

Aus der Arbeit des Gemeinderats: Sitzung vom 9. Dezember 2025

icon.crdate29.01.2026

Gemeinderat

TOP 1: Waldhaushalt 2026

Bürgermeister Traub begrüßt Frau Spiegelhalter und Herrn Laudascher vom Fachbereich Forst sowie Förster Hauser. Er übergibt das Wort an die stellvertretende Fachbereichsleiterin Frau Spiegelhalter.

Frau Spiegelhalter stellt ihren Kollegen Herrn Brian Laudascher, der als angehender Forstwirt im Landkreis Sigmaringen tätig ist, vor und übergibt ihm das Wort.

Herr Laudascher zeigte dem Gremium kurze die Ökosystemleistungen des Waldes auf und nennt prägnante Eckdaten zu den Basis-, Regulations-, Versorgungs- und kulturellen Leistungen des Waldes. Im Wald werden 3 Tonnen Sauerstoff pro Jahr und Hektar freigesetzt, 1 Hektar Wald filtert 3 Mio. Liter Regenwasser im Jahr! 114 Tonnen Kohlenstoff sind in der Biomasse eines Hektars Wald  gespeichert. In Deutschland gibt es 1 Mio. Arbeitsplätze im Cluster Forst und Holz. Herr Laudascher verweist auf die neuen Kampagnen auf der Internetseite des Landratsamtes Sigmaringen und den regelmäßig erscheinenden Newsletter. Außerdem stellt er kurz den Instagram-Auftritt unter #unserholz_bw vor. Danach übergibt er das Wort an Frau Spiegelhalter.

Frau Spiegelhalter berichtet, dass die neue EUDR EU-Verordnung, die European Union Deforestation Regulation erneut verschoben wird. Die Verordnung soll zukünftig zum Schutz der Entwaldung im Sinne der Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Fläche dienen. Es wird zukünftig keine Vermarktung mehr möglich sein ohne Nachweis der Referenznummer. Dies gilt für Privatwaldbesitzer und für den Gemeindewald. Sie stellt kurz das Portal Holzfinder.de vor, das vergleichbar mit eBay Kleinanzeigen ist. Der Landkreis Sigmaringen hat Lizenzen gekauft. Diese Plattform soll zukünftig eine Erweiterung der Holzvermarktung sein.

Frau Spiegelhalter schaut positiv in die Zukunft. Der vergangene Sommer war sehr feucht, dadurch entstanden nur wenige Trokkenschäden, was gleichzeitig die Ausbreitung des Borkenkäfers hemmte. Die Sägereien haben Bedarf. Der Preis für Fichtenholz liegt aktuell bei 110 €. Es wird mit einem weiteren leichten Preisanstieg gerechnet. Frau Spiegelhalter bedankt sich bei den Zuhörern und übergibt das Wort an Förster Hauser.

Förster Hauser informiert das Gremium über den Brennholzverkauf. Derzeit habe man eine hohe Nachfrage nach Fichtenstammholz, was durch die schwere Kalamität in Mitteldeutschland bedingt ist. Das habe den dortigen Vorrat auf Null gesetzt. Die Warenströme ordnen sich nun neu. Weiterhin hatte man in Folge keine weiteren schweren Kalamitäten in unserer Region, sodass „nur“ der reguläre Hiebssatz geerntet wurde und keine Mehrmengen eingeschlagen wurden. Der Brennholzverkauf lief dieses Jahr sehr schleppend an. Herr Hauser ging anhand der vorliegenden Tabellen zum Waldhaushalt über. Er berichtet, dass im Jahr 2024 5.481 Fm Holz eingeschlagen wurden, der Plan für 2025 sind 5.600 Fm und im Jahr 2026 sollen es 5.200 Fm sein. Die zufällige Nutzung lag in 2024 bei 48% Insekten (Käferholz), 36 % Dürre (Trockenholz), 9% bei Sonstiges, 5% Pilzbefall und 2% bei Sturmholz. Er verweist auf Ausgaben in Höhe von 316.180 € im Jahr 2024, geplant für 2025 sind 310.850 € und 307.050 € im Jahr 2026. Die Einnahmen liegen bei 393.132 € im Jahr 2024, geplant für 2025 sind 444.233 € und 431.230 € für 2026. Somit ergibt sich als finanzielles Ergebnis ein Gewinn von 76.952 € im Jahr 2024, für 2025 sind 133.383 € und für 2025 124.180 € geplant.

Förster Hauser zeigte noch einige Bilder von wilden Müllablagerungen im Gemeindewald. Diese reichten von Katzenstreu über komplette Einrichtungen und besonders schlimm die Ablagerung von 20 Liter Altöl im Bereich des Gewässerschutzes. Leider nehmen die Delikte immer mehr zu. Desweiteren klärte er über die Maßnahmen der Verkehrssicherung bei der Lichtensteinquelle und im Bereich des Friedhofs auf. Die ehemalige Erddeponie wurde neu bepflanzt, Kulturen wurden ausgemäht, Nachpflanzungen mussten vorgenommen werden. Zudem wurden die Rettungspunkte im Wald mittels Schilder markiert. Was sind Rettungspunkte? Rettungspunkte sind festgelegte Anfahrtsstellen im Wald, die durch Schilder oder Koordinatenangaben gekennzeichnet sind. Sie dienen dazu, im Falle eines Unfalls oder Notfalls die Kommunikation zwischen dem Verunfallten und den Rettungsdiensten zu erleichtern. Diese Punkte sind besonders wichtig für ortsunkundige Personen, die ihren Standort im Wald beschreiben müssen.

Desweiteren berichtet Herr Hauser über die jährlichen Wegeunterhaltungsmaßnahmen.

Ein Gemeinderat ergänzt zum Thema Preisentwicklung, dass Fichtenholz einen aktuellen Preisanstieg auf 130 € zeige. Er erkundigt sich noch über den Posten Maschinen/Geräte und Schutzfunktionen bei den Ausgaben im VWHH. Warum diese im Plan für 2026 jeweils fast doppelt so hoch seien wie 2025.

Herr Hauser erläuterte, dass im Bereich Maschinen / Geräte eine Summe eingestellt wurde für eine eventuelle Anschaffung eines Forstschleppers. Unter den Schutzfunktionen fallen z.B. Pflege von Biotopen.

Nachdem es keine weiteren Fragen aus dem Gremium gab, bringt Bürgermeister Traub den Waldhaushalt zur Beschlussfassung.

Der Gemeinderat nimmt den Vollzug zur Kenntnis und stimmt der Planung des Waldhaushalts wie vorgelegt einstimmig zu.

Anschließend zeigt Förster Hauser noch ein paar Bilder aus dem Arbeitsalltag des Forstes. Er bedankt sich bei den Zuhörern. 

TOP 2: Ferienbetreuung in der Fehlatal-Grundschule - Anpassung der Elternbeiträge

Der Vorsitzende führt in die Thematik ein. Desweiteren gibt er bekannt, dass die Ferienbetreuung sehr gut genutzt wird. Der Tagessatz für eine individuelle, tageweise buchbare Betreuung liegt bei 7,00 Euro ohne Frühstück und ohne Mittagessen. Die Betreuungszeit erstreckt sich auf 5 Stunden von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Die Kinder müssen vorab innerhalb einer festgelegten Anmeldefrist angemeldet werden. Verspätete Anmeldungen können zukünftig nicht mehr berücksichtigt wurden. In letzter Zeit kam es vermehrt vor, dass Kinder ohne Anmeldung zur Ferienbetreuung gebracht wurden. Da diese Kinder nicht einfach wieder nach Hause geschickt werden können, müssen diese mitbetreut werden. Hierfür beschloss das Gremium bereits am 07.10.25, dass ab 01.01.26 der dreifache Tagessatz erhoben wird, wenn ein Kind ohne vorherige Anmeldung die Ferienbetreuung besucht.

Zur Ermittlung der geplanten Erhöhung des Tagessatzes für die Betreuung von 7,00 Euro auf 8,00 Euro hat die Verwaltung von den Nachbargemeinden Gammertingen, Hettingen und Veringenstadt die Kosten und Ferienbetreuungszeiten eingeholt. Diese liegen dem Gremium vor.

Die Verwaltung schlägt vor, den Tagessatz auf 8,00 Euro ab 01.01.2026 zu erhöhen. Ein Ratsmitglied hat die Vergleiche der umliegenden Gemeinden genutzt und hat die Kosten pro Stunde ermittelt. Hier käme man in Neufra zukünftig bei 8,00 Euro am Tag auf 1,60 Euro pro Stunde. D.h. trotz der Erhöhung bleibt Neufra die Gemeinde mit den günstigsten Betreuungskosten.

Das Gremium stimmt einstimmig der Erhöhung des Tagessatzes wie von der Verwaltung vorgeschlagen zu. Die Eltern werden mittels Infoschreiben informiert. 

TOP 3: Bauangelegenheiten

Errichtung eines Carports und neues Garagendach, Flst. Nr. 4792, Schwandlichstraße 23, 72419 Neufra, Freudenweiler

Bürgermeister Traub erläutert das Baugesuch. Aus Sicht der Verwaltung spreche nichts dagegen, das Einvernehmen zu erteilen.

Das Gremium stimmt dem Verwaltungsvorschlag, dem Bauvorhaben das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen, einstimmig zu.

TOP 4: Annahmen von Spenden

Bürgermeister Traub erklärt, dass gemäß § 78 Abs. 4 Satz 1 GemO die Gemeinde zur Erfüllung ihrer Aufgaben nach § 1 Abs. 2 Spenden, Schenkungen und ähnliche Zuwendungen einwerben und annehmen darf oder an Dritte vermitteln, die sich an der Erfüllung von Aufgaben nach § 1 Abs. 2 beteiligen. Nach § 78 Abs. 4 Satz 3 GemO entscheidet der Gemeinderat über die Annahme von Spenden.

Ergänzend hierzu hat der Gemeinderat am 12.09.2006 entschieden, dass Einzelspenden bis zu einem Betrag oder Wert von bis zu 100 € dem Gemeinderat jährlich zur Entscheidung über die Annahme vorzulegen sind. Über die Annahme von Spenden im Betrag oder Wert über 100 € entscheidet der Gemeinderat im Einzelfall, diese sind somit bis zur Beschlussfassung durch den Gemeinderat unter Vorbehalt anzunehmen.

Am 21.11.2025 ging eine Spende in Höhe von 200,00 € für die Förderung der Jugendfeuerwehr ein. Über die Annahme dieser Spende muss nun der Gemeinderat entscheiden.

Desweiteren ging am 19.11.2025 eine Sachspende im Wert von 5.950,00 € für die Förderung der Heimatpflege, Heimatkunde und der Ortsverschönerung ein.

Beschlussvorschlag: 
Der Annahme der Spende für die Jugendfeuerwehr in Höhe von 200,00 € sowie der Sachspende im Wert von 5.950,00 € für die Förderung der Heimatpflege, Heimatkunde und der Ortsverschönerung wird zugestimmt. 

Das Gremium stimmt dem Beschlussvorschlag einstimmig zu. 

TOP 5: Bekanntgaben, Anfragen, Sonstiges

Zuteilung Sondervermögen des Bundes (LuKIFG-Mittel)
Der Vorsitzende informiert, dass die Gemeinde eine Sonderzuweisung von 1.312.192,24 € für folgende Förderbereiche bekommt: im Bevölkerungsschutz, Verkehrsinfrastruktur, Krankenhaus-, Rehabilitations- und Pflegeinfrastruktur, Energieund Wärmestruktur, Bildungsinfrastruktur, Betreuungsinfrastruktur, Wissenschaftsinfrastruktur, Forschung und Entwicklung und Digitalisierung.

Die Gemeinden können selbständig und frei entscheiden, für welche Einzelinvestitionsmaßnahmen in die kommunale Infrastruktur und in welcher Höhe die Mittel eingesetzt werden. Es müssen keine Eigenanteile vorgesehen werden.

Ein Gremiumsmitglied erkundigt sich, ob der Betrag im Haushalt eingestellt ist.

Kämmerer Rominger verneint dies; eine Einstellung ginge ab 2027/2028.

Ein weiteres Gremiumsmitglied erkundigt sich nach dem Verbleib der Restsumme nach den 12 Jahren.

Der Vorsitzende erklärt, dass keine Restbeträge an Kommunen ausbezahlt werden können.

Eisenbahnviadukt Sanierung / evtl. Aufweitung
Der Vorsitzende gibt bekannt, dass es erneut Gespräche mit der SWEG gegeben habe. Spätestens im Januar müsse laut SWEG die Vereinbarung zum Aufweitungsverlangen gemäß Eisenbahnkreuzungsgesetz abgeschlossen werden. Die Umsetzung der Sanierung des Eisenbahnviadukts soll im Mai/Juni 2026 durchgeführt werden. Sollte eine Aufweitung wie in den vergangenen Sitzungen besprochen, umgesetzt werden, müsse die Maßnahme zur Aufweitung um ein Jahr verschoben werden. Man warte noch auf eine Rückmeldung zur Förderung über LGVFGMittel.

Turnhalle Türe Notausgang defekt 
Ein Gemeinderat meldete, dass das Schloss der 2. Notausgangstüre in der Turnhalle defekt sei. Der Vorsitzende gab hierzu bekannt, dass das Schloss bereits repariert sei.

Parken auf dem Kirchplatz
Ebenso meldete ein Gemeinderat, dass am Samstag, 06.12.2025 abends wieder auf dem Kirchplatz geparkt wurde, hierzu wurden sogar die geschmückten Tannenbäume verrückt. Der Vorsitzende nimmt dies zur Kenntnis, die Schilder mit dem Hinweis des Parkverbots sind bereits angebracht. Man würde nochmals auf die Kirchengemeinde zugehen, dass sie das Parkverbot schriftlich in ihre Mietverträge aufnimmt.

Das Ratsmitglied fordert eine klare Angabe des Parkverbots in zukünftigen Mietverträgen.